
Im Januar 2026 war Golf kein Thema: Schneebedeckte Fairways einerseits und die Rekonvaleszenz meiner operierten Schulter andererseits ließen meine Lust auf Golf gen Null sinken. In dem von mir öfter besuchten Golf-Forum gab es Anfang Januar einen interessanten Thread mit dem Titel: „Vorsätze fürs neue Jahr“. Die Antworten reichten von :“Nix, ich kann alles“, bis: „Bloß gesund bleiben.“ Dazwischen viele Antworten, die sich auf Training und Ausrüstung bezogen. Da ich nichts von Neujahrs-Vorsätzen halte, schrieb ich nichts dazu, machte mir aber meine Gedanken. Schon im Herbst letzten Jahres hatte ich unseren Headpro Billy um ein Gespräch gebeten. Er kannte mich ja seit Jahren und ich wollte von ihm wissen, in welche Richtung ich weitergehen sollte: Mich mit dem zufrieden geben, was ich beherrschte, oder es nochmal mit einem neuen Lehrer versuchen. (Von meinem alten Lehrer hatte ich mich in Einvernehmen getrennt) Ich war in der vergangenen Saison komplett daran gescheitert, meine Drives um 15 bis 20 Meter zu verlängern. Vielleicht wäre es besser, diesen Versuch aufzugeben und mich mit Runden zwischen 95 Schlägen (super) und über 100 (furchtbar) zufrieden zu geben. Billy stimmte mir zu, dass das Indoor-Wintertraining wahrscheinlich nichts für mich wäre und es besser wäre für eine endgültige Entscheidung bis zum Frühjahr zu warten. Ich gab ihm recht, zumal ja nicht abzusehen war, wann ich nach der Operation überhaupt wieder genug Kraft im Arm haben würde.
Allerdings würde mich nichts davon abhalten, im März zum Golfspielen nach Teneriffa zu fahren! Und wenn ich halt nur halbe Eisen spielen könnte! Egal! Im Januar, Februar war ich voll und ganz damit beschäftigt, die Mobilität meiner rechten Schulter wieder aufzubauen. Neben wöchentlicher Physiotherapie ging ich jeden Tag ins Sportstudio und versuchte mit verschiedenen Gewichten die verlorene Kraft wiederzugewinnen. Um nicht ganz in Traurigkeit zu versinken, hatte ich mir wunderschöne neue Griffe für meine Schläger anbringen lassen und bei der Gelegenheit einen hinreißenden, komplett schwarzen Putter von Scotty Cameron erworben: Triple Black Limited Edition. WHOW! 
Wer Lust hat, kann hier meinen Bericht über Golfen auf Teneriffa lesen.
Golfen auf Teneriffa (Hotel Madrigueras)
Wenn man das elendschlechte Essen abzieht, ist es wirklich ein feines Hotel:

Vor der neuen Saison 2026 war ich vollkommen unschlüssig, wie es mit meinem Golfspiel weitergehen sollte: Mich mit dem zufrieden geben, was ich konnte und einfach die nächsten Jahre weiter „Hausfrauen-Golf“ spielen oder weiterversuchen, meinen Score zu verbessern? Dass letzteres nur mit Hilfe eines Lehrers möglich wäre, war mir schon klar, obwohl das vergangene Jahr Unterricht leider zu keinem Erfolg geführt hatte…..
Da kam mir um Weihnachten herum ein Idee: Wie wäre es, wenn ich am Anfang der Saison zu Oliver Heuler (dem großen Golf Guru) nach Fleesensee fahre und um mir neben dem Unterricht auch meine große Frage nach der Zukunft beantworten zu lassen. Er würde sicher beurteilen können, ob es noch Sinn hätte, weiterzumachen. Gedacht, gemacht! Ich buchte direkt im Anschluss an unsere Teneriffareise 3 Stunden an drei aufeinander folgenden Tagen und das Schloss Hotel gleich dazu. Ich war wirklich gespannt, was sich hinter seinem großen Werbegetöse am Ende in der Realität verbergen würde. Dass Herr Heuler zur Gemeinde der Verschwörungstheoretiker gehörte, war ja schon nach Ansicht einiger seiner YouTube Videos klar. Aber – so dachte ich, sollte er mir ja nicht die Weltlage erklären, sondern meinen Golfschlag verbessern.
In seiner Videohütte auf der Range angekommen, machte ich ein paar Schläge und bekam natürlich sofort die (lange bekannte) Diagnose, dass ich von „außen“ schwingen würde. Dazu die auch gut bekannten Striche auf dem Monitor, mit denen ich noch nie etwas anfangen konnte. Interessant war allerdings, dass er mit meinem Handy die gesamte Stunde abfilmte. Trotz eindeutig zuviel Redefluss von Seiten des Herrn Heuler verstand ich – vielleicht zum ersten Mal in 21 Jahren Golfunterricht den Unterschied zwischen „innen“ und „Außen“ und konnte fühlen, wie der Schläger in der Vorwärtsbewegung nach hinten abkippen sollte. Allerdings, auch das war auch wie immer nach jedem Training, verschwand diese Erkenntnis sofort nach der Stunde alleine beim weiteren Üben und am nächsten Tag war alles wieder beim Alten. Nach den drei Trainerstunden verabschiedeten wir uns freundlich – Herr Heuler besprach mir noch ein Video mit einer Zusammenfassung – aber mir war klar, dass es eine Illusion gewesen war zu glauben, in Fleesensee würde mich der Blitzstrahl der Erkenntnis treffen. Ich buchte das Ganze unter „Erfahrung“ ab und fuhr ohne Groll zurück in die Heimat. Die Frage nach meiner golferischen Zukunft hatte er mir nicht beantworten wollen oder können – in dieser Beziehung fuhr ich mit leeren Händen nach Hause.
Allerdings, nahm ich mir sehr ernsthaft vor, weiter zu versuchen, meinen Golfschlag in seine Richtung zu verändern. Ich nahm mir viel Zeit auf der Range, um immer wieder die neue Bewegung zu üben. Leider fällt man danach auf der Runde sofort wieder in das alte, bekannte Bewegungsmuster zurück. Wer will sich schon mit überwiegend getoppten Bällen blamieren? Ein echtes Highlight war mein neuer Putter! Der war sooooo schön (schwarz) und edel, dass ich sogar zum ungeliebten Putting-Training ging. Das erste Turnier im April musste ich leider sausen lassen, die Rundenergebnisse waren einfach noch zu schlecht. Doch im Mai sollte es endlich losgehen. Ich werde berichten!
Wird fortgesetzt